Meditationen

Die Gewalt

besitzt nicht halb so viel Macht wie 

die Milde.

(Samuel Smiles)

  

Wir müssen

dem Menschen da begegnen,

wo er ist.

(Frère Roger Schutz)

 

Warum sollten wir

uns damit begnügen

Kopien zu sein,

wo Gott uns doch

als Originale

in die Welt gesetzt hat ?

(Billy Graham)

 

 

Wer keine Freude

an der Welt hat,

an dem hat auch

die Welt keine Freude.

(Berthold Auerbach)

 

 

Lachen ist 

ein Trampolin ins Glück“ 

(Spruchkalender)

 

Ich wünsche dir …

Ich wünsche dir Augen,

 mit denen due einem Menschen ins Herz schauen kannst

und die nicht blind werden,

wenn es darum geht,

die Erwartungen an dich zu erkennen.

 

Ich wünsche dir Ohren,

mit denen du auch Zwischentöne wahrnehmen kannst

und die nicht taub werden

beim Hören auf das,

was den anderen erfreut und was ihn belastet.

 

Ich wünsche dir einen Mund,

der das Unrecht beim Namen nennt

und der nicht verlegen ist

um ein Wort des Trostes

und der Aufmunterung zur rechten Zeit.

 

Ich wünsche dir Hände,

mit denen du zärtlich liebkosen kannst

und mit denen dir Versöhnung gelingt,

Hände, die nicht festhalten wollen,

sondern teilen können.

 

Ich wünsche dir Füße,

die dich auf den Weg bringen zu dem,

was wirklich wichtig ist

und die nicht stehen bleiben,

wenn entscheidende Schritte getan werden müssen.

 

Ich wünsche dir ein Rückgrat,

mit dem due aufrecht und aufrichtig leben kannst

und das sich nicht beugt

vor Unterdrückung, vor Unrecht und willkürlicher Macht.

 

Ich wünsche dir ein Herz,

in dem viele Menschen zu Hause sind,

ein Herz, das nicht müde wird,

Menschen glücklich zu machen und Schuld zu verzeihen.

(aus: Bardeler Adventsmeditationen 2014)

 

 

„Wer die Stunde des rechten Lebens hinausschiebt,

der gleicht einem Menschen, der darauf wartet,

dass der Fluss versiegt, ehe er ihn überquert.“

Horaz (65-8 v.Chr.)

Ein gutes Gelingen für das Jahr 2015 sowie ein mutiges „Überqueren des Flusses“

wünscht Ihnen Ihr Krankenhaus-Pfarrer

Michael Schaefer.

 


 

 

 

Ein Gedanke zum Advent 

„Man kann nicht bergauf kommen  

ohne bergan zu gehen“

+  

„Man kann nicht an der Krippe ankommen, 

ohne sich auf den Weg dorthin zu machen“

 

Die Lebensspanne ist dieselbe,  

ob man sie lachend 

oder weinend verbringt. 

(Sprichwort aus Asien)

 

Wer nur um Gewinn kämpft,

der erntet nichts,

wofür es sich zu leben lohnt.

(Antoine de Saint Exupéry)

 

Wer geht, 

verliert immer ein wenig Boden

unter den Füßen.

 

Wer den Kopf nicht hebt,

 kann die Sterne nicht sehen.

 (Sprichwort aus Armenien)

 

„Es braucht Mut,

die Wahrheit zu suchen, 

ohne zu wissen, 

ob man sie erträgt.“

(Ernst Reinhardt)

 

Es wäre eine Freude zu leben, 

wenn jeder die Hälfte von dem täte, 

was er von dem anderen verlangt. 

Valérie von Martens

 

Auf dem Grund der Seele des Menschen,

ganz tief unten, 

ruht das Geheimnis der Auferstehung.

Man muss es ausgraben.

(Octavio Paz)

 

 „Man muss durch die Wüste und dort bleiben,

um die Gnade Gottes zu erfahren.

Da wird man leer, da entschwindet alles,

was nicht von Gott ist, 

da wird man frei für die  Liebe.“

 (Charles de Foucold)

 

H u m o r 

ist der Schwimmgürtel

auf dem Strom des Lebens.

(Wilhelm Raabe)

 

Wer entschlossen beginnt,

hat schon einen guten Teil

des Weges hinter sich.

(Theresia von Avila)

 

Der Stern hat sich nicht geirrt,

als er stehenblieb

über dem Haus der kleinen Leute:

Dort ist die große Zukunft geboren.

(Klaus Hemmerle)

 

 

Die ganze Menschheit

teilt sich in drei Klassen:

Menschen,

die unbeweglich sind,

die beweglich sind,

die sich bewegen.

(Sprichwort aus Arabien)

 

 

Liebe Angehörige unserer Pfarreiengemeinschaft,

liebe Leserinnen und Leser dieses „miteinander“!

Wenn Sie diesen Pfarrbrief in den Händen halten, ist für die meisten von uns der Urlaub vorbei - die Ferien sind zu Ende -der „Alltag hat uns wieder“. Dabei spielt es nicht so sehr eine Rolle, ob wir nun wirklich „in Ferien waren“ - oder ob wir, aus welchen Gründen auch immer, daheim geblieben sind und es vielleicht sogar mussten. Entscheidender ist sicher die Frage, ob es uns gelungen ist da, wo wir waren, abzuschalten und den Alltag zumindest zeitweise hinter uns zu lassen.

Natürlich kann ein „Ortswechsel“ dabei sehr hilfreich sein, aber vielmehr ist es eine Frage der je eigenen „Sichtweise“, ob wir zumindest hin und wieder zur Ruhe zu kommen wollen um so möglichst auch ein Stück zu uns selbst zu finden. Das kann allerdings „sehr ungemütlich“ werden, da es uns Menschen in der Regel gar nicht so leicht fällt, uns wirklich mit uns selbst zu beschäftigen - mit all unseren Vorzügen und Nachteilen. Doch wir werden uns auf Dauer „selbst verlieren“, wenn wir nicht den Mut haben und die Kraft aufbringen, uns nicht zumindest zeitweise „uns selbst zu stellen“.

Natürlich ist all das nicht zwangsweise an die Ferien und den Urlaub gebunden, doch die Ferienzeit kann es uns wesentlich erleichtern, da „um uns herum“ - im Alltag der Menschen und unserer Gesellschaft - „die Uhren“ in diesen Wochen doch ein Stück weit anders gehen.

In unserer „modernen“ Zeit - was das auch alles heißen mag -machen wir unentwegt die Erfahrung, dass es nicht in erster Linie um den einzelnen Menschen geht. Vielmehr dreht sich alles „um das Ganze“, was ja grundsätzlich gut wäre, wenn wir dabei mehr das Wohl eines Jeden im Blick hätten und den Einzelnen nicht so häufig übersehen würden im „Räderwerk“ unserer Gesellschaft, der Arbeitswelt, in all dem, was unser Leben ausmacht und bestimmt - bis hinein in den täglichen Umgang miteinander.

Gewiss können wir uns all dem nicht ganz entziehen - und es wäre sicher auch nicht gut und sinnvoll, da ja jeder von uns seinen Platz und seine ihm eigene Aufgabe im Leben und in der Gesellschaft hat - also „im Ganzen“ unserer Welt. Jeder ist mit verantwortlich, dass das „Räderwerk“ nicht stehen bleibt und seine Aufgaben zum Wohl aller erfüllen kann.

Damit wir als Einzelne und ebenso als „Ich“ darin aber nicht untergehen, ist es ganz gewiss unerlässlich, seine eigene Position zu bestimmen und zu behaupten - vielleicht auch, um anderen zu zeigen, dass es mich auch noch gibt.

Daher möchte ich Ihnen die folgende Erzählung von Willi Hoffsümmer mit auf den Weg geben, wenn der „Alltag uns wieder hat“.

Die kleine Schraube

Eine kleine Schraube sitzt in einem riesigen Panzerschiff mit tausend anderen Schrauben und hält zwei schwere Stahl-platten zusammen. Eines Tages sagt die Schraube: „Ich will es mir ein bisschen bequem machen, das ist ja meine eigene Sache und geht niemand etwas an!“ Aber die anderen Schrauben hören, dass da eine etwas locker werden will. Sie protestieren und rufen: „Bist du verrückt? Wenn du heraus fällst, dann wird es nicht lange dauern, bis auch wir heraus fallen. “Zwei große eiserne Rippen schlagen ebenfalls Alarm: „Um Gottes willen, haltet die Platten zusammen, denn sonst ist es auch um uns geschehen.“ In Windeseile geht das Gerücht durch das ganze Schiff: „Die kleine Schraube hat was vor!“ Alles ist entsetzt. Der riesige Körper des Schiffes ächzt und bebt in all seinen Fugen. Und alle Rippen, Platten und Schrauben senden eine gemeinsame Botschaft an die kleine Schraube und bitten sie, nur ja an ihrer Stelle zu bleiben, sonst werde das ganze Schiff untergehen - und keiner werde den Hafen erreichen.

So wünsche ich uns allen, ob wir als „Schulneulinge“, „Azubis“, an einem neuen Arbeitsplatz beginnen oder wieder an unserer „alten Stelle“ sind - und ganz gleich wo wir dort stehen, dass wir so wie die kleine Schraube das Ganze mittragen und uns zur rechten Zeit aber auch „bemerkbar“ machen.

Ihr Krankenhaus-Pfarrer + Kooperator, Michael Schaefer.

„Mische Tun mit Nichtstun – und du wirst nicht verrückt!“

Bei diesem Zitat, einem russischen Sprichwort, mag im ersten Moment der eine oder andere denken, ich habe mich in der Zeit geirrt - oder den Urlaub verpasst, bzw. ihn noch vor mir. Dem ist keineswegs so, denn wie bei den meisten von uns ist mein Urlaub vorbei und ich weiß sehr wohl, dass die Schule wieder begonnen hat und so für unsere Kinder sechs Wochen Ferien zu Ende sind.

Das heißt dann aber auch, dass „der Alltag uns wieder hat“, wobei natürlich nicht jeder „in Urlaub gefahren“ ist, weil er es aus irgendwelchen Gründen womöglich gar nicht konnte - oder es einfach nicht wollte. Hoffentlich ist es trotzdem möglichst jedem gelungen, in den hinter uns liegenden Urlaubs- und Ferienwochen zumindest zeitweise „einen Gang zurück-zuschalten“ - ein wenig Ruhe zu finden.

Wir Menschen sind nun mal - und das Gott sei Dank - keine Maschinen, die unentwegt „auf Hochtouren laufen“ und ohne Unterbrechungen „Höchstleistungen bringen“ können. Unser Körper und genauso unser Geist (die Seele) brauchen Phasen der Abschaltens, des Ausruhens, der Erholung - und sogar womöglich des zeitweiligen Müßiggangs.

In der heutigen Welt und Zeit werden die Anforderungen im Beruf und selbst im privaten Bereich immer größer und der Mensch kommt dabei zusehends zu kurz. Umso notwendiger halte ich es daher, dass es uns gelingt, mit den Kräften, die wir im Urlaub „auftanken“ konnten, sorgsam umzugehen, damit sie uns für möglichst lange Zeit erhalten bleiben, denn nur so können wir all das meistern, was wieder vor uns liegt.

Daher wünsche ich - auch im Namen der übrigen Seelsorge-rinnen und Seelsorger der Pfarreiengemeinschaft - uns allen den Mut, immer wieder „Tun mit Nichtstun zu mischen, damit wir nicht verrückt werden“ - und so nicht „untergehen“!

Ihr Krankenhauspfarrer und Kooperator Michael Schaefer.

 

Theorie ist,

wenn man alles weiß und nichts klappt.

Praxis ist,

wenn alles funktioniert und keiner weiß warum.

In unserem Haus

sind Theorie und Praxis vereint.

(Speisekarte im ‚Alten Backhaus‘ - Arnsberg)

 

Die zwei Wölfe ...

 

Einmal saßen der alte Indianer und sein kleiner Enkel im Zelt beieinander. Gerne hörte der kleine Junge seinem weisen Großvater zu. Heute erzählte er ihm Folgendes:

„In jedem Menschen wohnen zwei Wölfe, die miteinander kämpfen. Der eine davon hat alle negativen Eigenschaften in sich vereint: Er ist voll von Egoismus, Pessimismus, Habsucht, Gier, Grausamkeit, Zorn, Hass, Wut, Missgunst und auch Neid.

Der andere Wolf ist das genaue Gegenteil: Er ist voll von Liebe, Vertrauen, Glaube, Hoffnung, Freude, Wärme, Freundlichkeit, Freundschaft und Zuneigung.“

Der kleine Indianerjunge überlegt lange. Dann fragt er seinen Großvater: „Und welcher der beiden siegt am Schluss?“

Die Antwort des alten Mannes verblüfft den Jungen, denn er sagte nur ganz kurz:

„Der, den du fütterst!“

 aus:

Bardeler Fasten-Meditationen 2010

 

 

Die ganze Mannigfaltigkeit,

der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens

setzen sich aus Licht und Schatten zusammen.

Leo Tolstoj

 

 

Pfingsten

Der Pfarrer auf der Kanzel

vergleicht den Pfingst-Geist

mit Sturm und Feuer. 

- aber keine Angst:

 in den Kirchenbänken

bleibt alles ruhig -

und mein Nachbar sieht

verstohlen auf seine Uhr.

 

(Lothar Zenetti)

 

Es bleibt die entscheidende Frage:  

Wohin schaue ich – schauen wir?

 

 

Wenn es anders kommt,

als wir es uns gedacht haben,

dann kann das auch

eine Einladung des Lebens sein,

es so zu nehmen, wie es kommt.

 

 

Auf(er)stehen

 Die Zeit ist um,

der Stein längst weggewälzt,

geblendet sind die Wächter.

 

Die Zeit ist um,

das Grab ist leer,

gelöscht sind schon die Feuer.

 

Die Zeit ist um,

der eine Sohn ist wieder Gott,

geblieben sind das Kreuz,

die Trauer und die Hoffnung.

 

(Paul Reding - aus:

„Nebenan ist Jericho“)

 

Mensch, lerne tanzen,

sonst wissen die Engel im Himmel

nichts mit dir anzufangen!

(Hl. Augustinus)

 

Ein Gedanke, der uns durch das Jahr 2013 begleiten könnte:

Große Veränderungen

geschehen nicht dadurch,

dass wir auf den richtigen Zeitpunkt warten,

oder Pläne für die Zukunft schmieden.

Sie geschehen, indem wir

kleine Schritte

machen. Jetzt sofort!

(Jochen Mariss)

 

 

Das andere Fest ...

 

Ich habe auf das Licht gewartet

aber vielleicht ist das Warten schon das Licht.

 

Ich habe auf die Erfüllung gewartet,

aber vielleicht ist die Sehnsucht schon die Erfüllung.

 

Ich habe auf die Freude gewartet,

aber vielleicht waren die Tränen schon Zeichen des Lebens.

 

Ich habe auf Gott gewartet,

und ein Kind kam zur Welt.

 

(Andrea Schwarz)

 

Ich wünsche allen eine hoffentlich besinnliche und ruhige Adventszeit und uns allen die 

Erfahrung, dass an Weihnachten „das andere Fest“ für jeden von uns Wirklichkeit wird!

    Ihr Krankenhaus-Pfarrer Michael Schaefer.

 

 

Wer keine Freude an der Welt hat,

an dem hat auch die Welt keine Freude.

(Berthold Auerbach)

 

Ein Gedanke (sicher nicht nur) zum Erntedank: 

Es kommt nicht darauf an, 

den Menschen der Dritten Welt 

mehr zu geben, 

sondern ihnen weniger zu stehlen. 

(Jean Ziegler)

 

 

Die Freiheit des Menschen

liegt nicht darin,

dass er tun kann, was er will,

sondern darin,

dass er nicht tun muss,

was er nicht will.

(Jean-Jacques Roussaeau)

 

„ Wenn alle vernünftig sind,

muss einer spinnen“

(Und da in meiner Umgebung alle vernünftig sind,
spinne ich halt selbst.)

 

Ein Gedanke - sicher nicht nur zu Pfingsten

Wo der Geist wirkt,

schwindet die Selbstsucht,

wohnt Gerechtigkeit,

wächst Frieden,

verdient Gemeinschaft ihren Namen!

 

Ich wünsche Dir

die wahre Osterfreude,

eine Freude,

die Festgefahrenes aufbricht,

Furcht in Freude verwandelt,

Fesseln sprengt

und Freiheit schenkt.

(R. Seibold)

 

In jedem Haushalt

sammelt sich soviel Gerümpel,

wie Stauraum da ist.

(Grafitto)

 

Die gefährlichste aller Weltanschauungen
ist die Weltanschauung der Leute,
welche die Welt nicht angeschaut haben.
(Alexander von Humboldt)

 

Ein Gedanke in und durch das neue Jahr 2012
Die Zeit ist wie ein eigensinniges Kind:
Wenn sie schneller gehen soll,
bleibt sie stehen;
wenn man sie halten will,
läuft sie einem davon.
(Irmgard Erath)

 

An Weihnachten wird Gott ein Mensch wie wir -
und daher gilt für alle Zeit:
Gott ist nicht nur der immer „Größere“,
größer als alles andere in der Welt,
sondern Gott ist auch der immer „Kleinere“,
so klein, dass wir ihn meistens übersehen.

 

Monde und Jahre vergehen,

aber ein schöner Moment

leuchtet das ganze Leben hindurch.

  

Will die Hölle

einen Teufel loswerden,

dann wird er

in den Himmel gelobt.

(Autor / in unbekannt)

 

Wer den Weg ans Meer nicht weiß,

der gehe nur dem Fluss nach.

(Unbekannter Autor)

 

Die kleinen zwischenmenschlichen

Dinge und Aufmerksamkeiten sind es,

die das Leben lebenswert machen.

(Michael Schaefer)

 

 

Jedem Karfreitag

folgt ein Ostern.

(Romano Guardini)

 

 

Menschen verlieren

wie Nägel ihren Nutzen,

wenn sie anfangen,

sich zu verbiegen.

(Walter Savage Landor)

 

 

Warum sollten wir uns begnügen,

Kopien zu sein,

wo Gott uns doch als Originale

in die Welt gesetzt hat?

(Billy Graham)

 

 

Mein Wunsch an Sie für das Jahr 2011:

 

Möge Gott dir im Neuen Jahr

mehr Zeit schenken, zu danken als zu klagen.

Mögen sich deine Freuden nach Tagen,

aber dein Kummer nach Stunden zählen.

Mögen die Zeiten selten sein,

in denen du deine Freunde entbehrst,

doch kurz die Augenblicke in Gesellschaft von Dummköpfen.

Mögen alle Tränen des kommenden Jahres

Tränen der Freude sein.

 

  (Irischer Segenswunsch)

 

 

Der kleine Baumwollfaden

 

Es war einmal ein recht kleiner Baumwollfaden, der Angst hatte, dass er nicht ausreicht, so wie er war:

„Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach“, sagte er sich, „und für einen Pullover viel zu kurz – und um mich an andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viele Hemmungen.

Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, denn dazu bin ich zu blass und farblos.

Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid.

Aber so?! Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich – und ich selbst am wenigsten“.

So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.

 

Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte:

 „Lass dich nicht so hängen, du kleiner Baumwoll-faden. Ich habe da eine Idee: Wir beide tun uns zusammen.

Für eine Osterkerze bist du zwar als Docht zu kurz und ich habe dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal.

Es ist doch auf jeden Fall besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu jammern!“

Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich, tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte:

„Nun hat mein Dasein doch einen Sinn.“

Und wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Baumwollfäden und ebenso kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um in der Welt zu leuchten?!

 

 

Meistens wird Gott ganz leise Mensch:

die Engel singen nicht,

die Könige gehen vorbei,

die Hirten bleiben bei ihren Herden.

Meistens wird Gott ganz leise Mensch:

von der Öffentlichkeit unbemerkt,

von den Menschen nicht zur Kenntnis genommen:

in einer kleinen Zweizimmerwohnung,

in einem Asylantenwohnheim,

in einem Krankenzimmer,

in nächtlicher Verzweiflung,

in der Stunde der Einsamkeit,

in der Freude an einem geliebten Menschen.

Meistens wird Gott ganz leise Mensch,

wenn Menschen zu Menschen werden!

 

Ich glaube,

wenn der Tod unsere Augen schließt,

werden wir in einem Licht stehen,

von welchem unser Sonnenlicht

nur der Schatten ist.

(Arthur Schoppenhauer)

 

 

Wir haben unsere Umwelt so radikal verändert,

dass wir uns jetzt selber ändern müssen,

um in dieser neuen Umwelt existieren zu können.

(Norbert Wiener)

 

 

Wenn du willst, dass deine Kinder

mit beiden Füßen auf der Erde stehen,

dann beschwere sie mit einigen Pflichten.

(Abigail van Buren)

 

 

Wo die Tat

nicht spricht,

da wird das Wort

nicht viel helfen.

(Friedrich Schiller)

 

 

Viele verderben

sich den Urlaub,

weil sie zu viel tun,

während sie nichts tun.

(K. Klein)

 

 

Der Mensch kann nicht

zu neuen Ufern vordringen,

wenn er nicht den Mut hat,

die alten zu verlassen.

(André Gide)

 

 

Das gelobte Land

liegt immer

auf der anderen Seite

der Wüste.

(Henry Havelock Ellis)

 

 

Die Blumen

des Frühlings

sind die Träume

des Winters.

(Khalil Gibran)

 

 

Fröhlichkeit ist nicht

die Flucht vor der Traurigkeit,

sondern der Sieg über sie!

(Gorch Fock)

 

Halte die Augen offen,

denn es könnte dir etwas entgehen,

auf das du schon lange wartest!

 

(Pablo)

 

Ich wünsche uns allen offene Augen für positive Entdeckungen

und somit ein gutes Gelingen im Jahr 2010!

M. Schaefer, Kr-haus-Pfarrer

 

Der Himmel hat den Menschen

als Gegengewicht

zu den vielen Mühseligkeiten des Lebens

drei Dinge gegeben:

Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen!

 

(Immanuel Kant)

 

 

Zu Weihnachten zeigt die Welt

sich immer so, wie sie sein könnte,

wenn es die anderen

364 Tage im Jahr nicht gäbe.

 

(Willi Meurer)

 

Ich wünsche uns allen noch gute und ruhige Tage auf Weihnachten zu

und ein Weihnachtsfest, das uns ermutigt,

zumindest an einigen der übrigen 364 Tage des Jahres

Weihnachten noch mal Wirklichkeit werden zu lassen!

 

 

 

Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl,

als zu spüren,

dass man für andere Menschen etwas tun kann.

 

(Dietrich Bonhoeffer)

 

Nur wer sich seiner Zeit widmet,

der gehört auch den späteren Zeiten an.

(Karl Gutzkow)

 

Vertrauen ist,

sich fallen lassen zu können

und dabei spüren,

dass man nicht fallen gelassen wird.

(von einer Patientin)

 

Wenn du dein Gesicht

der Sonne zuwendest,

lässt du die Schatten

hinter dir.

 

Einen Tag

ungestört in Muße zu verbringen,

heißt einen Tag

ein Unsterblicher zu sein.

(aus China)

 

Ich wünsche Ihnen allen, dass es gelingt,

in den kommenden Ferien- und Urlaubswochen

wenigstens ab und zu ein „Unsterblicher“ zu sein!

 

Ihr Krankenhaus-Pfarrer

Michael Schaefer

 

Die größten Ereignisse –

das sind nicht unsere lautesten,

sondern unsere stillsten Stunden.

(Friedrich Nietzsche)

 

 

Komm — Heiliger Geist

sei du der gewaltige Sturm im Segel deiner

Kirche und laß sie nicht irrend treiben auf den

unergründlichen Meeren der Welt, sondern

schenke ihr Wahrheit, Geist und Leben

 

Komm — Heiliger Geist

versammle die Glaubenden von allen Winden

der Erde im Boot deiner Kirche und lehre sie

beten aus der Tiefe ihres Herzens, in dem du lebst

 

Komm — Heiliger Geist

schenke uns deine glühende Nähe in den Feuer-

zungen deiner Liebe, damit wir sehend werden

und sehend eintreten für alle, die keinen Namen

und keine Stimme haben, damit ihr Recht erfüllt

werde auf Erden und ihre Sehnsucht nach Heil

im Reich Jesu Christi

 

Komm — Heiliger Geist

verleihe mir die Kraft deiner Sendung und mache

mich unter dem Siegel deiner Salbung, die ich

empfange in der Firmung, zum mündigen

Zeugen deiner Frohen Botschaft, die alle

Menschen meint und niemanden ausschließt

 

Komm — Heiliger Geist

vollende du, was schwach ist und dürr ohne das

Wasser des Heils, das wir schöpfen in Freude.

Führe uns über alle Wege des Lebens, durch

Schatten und Licht in das gemeinsame Haus des

barmherzigen Vaters. Amen

 

 

Gedanken zu Christi-Himmelfahrt

(Meditation zu: Apg 1,1 – 11)

 

Er wurde vor ihren Augen emporgehoben,

eine Wolke nahm in auf,

entzog ihn ihren Blicken.

 

Ganz schön abgehoben,

dieser Jesus;

einfach weg, in einer Wolke,

wie verduftet,

unfassbar,

nicht mehr zu halten.

 

Da stehen sie nun,

die Männer von Galiläa,

den Blick nach oben gerichtet –

immerhin nicht mehr in ein Grab,

in ein dunkles Loch.

 

Aber wieder braucht es Engel,

diese lichten Gestalten,

die die Starre auflösen,

die einen Impuls setzen,

die die Männer von Galiläa

wieder in Bewegung bringen:

Schaut nicht nach oben,

sondern schaut nach vorne.

Jesus – und seine Botschaft

sind kein abgeschlossenes Kapitel.

 

Da kommt noch was auf euch zu !

 

 

Gott ist ganz anders

 

vergiss alle Eigenschaftswörter

verbrenn alle Bilder

schreib ihn nicht fest

trau keinem Namen

feilsche nicht

rechne nicht mit dem Berechenbaren

nimm Abschied von deinen Erwartungen

und lass dich überraschen

gib deiner Sehnsucht Raum

aber fessele ihn nicht

alle Versuche dir deinen Hausgott zu basteln

sind vergebens

Gott ist ganz anders

aber er sucht dich wenn du dich finden lässt

er findet dich wenn du ihn suchst

wenn mein Bitten nicht erfüllt wird

braucht es nicht an der Intensität meines Bittens zu liegen

wenn es sich anders fügt als ich gedacht habe

kann es gut sein dass es so besser ist

wenn meine Erwartungen enttäuscht werden

ist es vielleicht an der Zeit Neues zu suchen

wenn ich auf einen anderen Weg geschickt werde

als den den ich gehen wollte

könnte es gut sein dass Gott im Spiel ist

sich eingemischt hat

mich schickt wohin ich nicht will

meine Erwartungen enttäuscht

meine Bitten nicht erfüllt

dein Plan ist größer

deine Gedankten sind weiter

deine Wege sind vielfältiger

deine Liebe ist größer

trotzdem ich protestiere Gott

so lasse ich nicht mit mir umspringen

und doch gebe ich mich hinein

verlasse mich auf dich

traue dir

 

ich glaube dir

 

(Anselm Grün / Andrea Schwarz)

 

 

Nur wer seinen 

eigenen Weg geht,

kann von niemand 

überholt werden.

 

(Marlon Brando)

 

 

Üben für das Paradies

 

Du hast, o Herr, mir diese schöne Welt

als Übungsfeld für deinen Himmel hingestellt.

Ich hab so manchen lieben Tag vertrödelt

und einfach nur ein wenig rumgeblödelt.

Seit Langem steht vor jeder Zahl nun eine Sieben.

Trotzdem: lass mich halt noch ein wenig üben.

 

Was man so isst, ist von gar köstlichem Geschmack.

Ich denke auch an Alkohol und an Tabak.

Und so versuche ich von den alten

und den neuen Genüssen,

die den Gaumen und das Herz erfreuen.

Und weil noch Vieles unversucht geblieben,

drum möchte ich, o Herr, noch gern ein wenig üben.

 

So reich ist deine Welt an Farben und an Klang.

Zum Beispiel Mozart, 007, Sterne, Sonnenuntergang.

Auch wenn die Sinne noch so fleißig schweifen,

wir können längst nicht alles, was da ist, begreifen.

So Vieles bleibt verborgen und noch wie im Trüben.

Ach ja, ich würde gerne noch ein wenig üben.

 

Wenn ich im Urlaub dann um unsere Insel schreite,

mit einem guten Freund an meiner Seite,

rechts gleißt das Meer und links der dunkle Garten,

sag mir, kann man noch Schöneres erwarten

auf dieser Welt, als so zu gehen mit seinen Lieben?

Grad deshalb möchte ich gerne noch ein wenig üben.

 

Ich glaube: Herr, einst werden wir dich schauen,

so wie du bist, im Himmel, dem weiß-blauen.

Noch sind wir fern von dir in dieser Welt,

dem großen Kampfplatz, unserm Übungsfeld.

Nur erst ganz leise zieht es mich nach drüben.

Ich würde wirklich gerne noch ein wenig üben.

 

(Josef Übelmesser SJ)

 

 

Die heutigen Menschen

kennen zwar von allem den Preis

- aber nicht mehr den Wert.

 

(Oscar Wilde)

 

 

 

Die Osterkerze brennt vergebens,

wenn es nicht hell wird

in unseren Köpfen und Herzen

und wenn wir den Auferstandenen

nicht im Mitmenschen sehen.

 

Ich wünsche Ihnen allen ein Osterfest,

das die Angst vertreibt, die Verzweiflung besiegt, die Freude entfacht,

die Hoffnung nährt und das Christus in Ihrem Leben auferstehen lässt.

Michael Schaefer, Krankenhaus-Pfarrer

 

Gehe nicht nur die glatten Straßen.

Gehe die Wege, die noch niemand ging,

damit du Spuren hinterlässt

und nicht nur Staub.

(A. d. S. Exupéry)

 

 

Es kommt darauf an,

dass du auf etwas zugehst,

nicht dass du ankommst.

 

(Antoíne de Saínt Exupérý)

 

 

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt,

ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt.

Und wenn wir das, was in uns liegt,

nach aussen in die Welt tragen, geschehen Wunder.

(Henry David Thoreau)

 

Für das Jahr 2009 wünsche ich uns allen Gesundheit, Frieden, Glück, sowie ein gutes Gelingen. Damit verbinde ich die Hoffnung, dass wir uns auf dem Weg durch dieses Jahr stets bewusst sind und bleiben, was  in  uns liegt und dass wir die Kraft und den Mut haben, dies im täglichen Leben umzusetzen!

 

Michael Schaefer, Pfarrer

 

 

 

Gott

wird ein Mensch,

damit die Menschen

Gotteskinder

werden können.

 

Trenne dich nie von

deinen Illusionen und Träumen.

Wenn sie verschwunden sind,

wirst du zwar weiter existieren,

aber du hast aufgehört zu leben.

Mark Twain

 

 

Wir verlangen,

das Leben müsse einen Sinn haben,

aber es hat nur

genau so viel Sinn,

als wir selber ihm zu geben

imstande sind.

 

(Hermann Hesse)

 

 

Gedanken

 

Der Tag wird kommen, an dem wieder Men-schen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen,

dass sich die Welt darunter verändert und

auch erneuert.

Es wird eine neue Sprache sein, vielleicht

ganz unreligiös, aber befreiend und dazu

erlösend, so wie die Sprache Jesu, -

dass sich die Menschen über sie entsetzen

und doch von ihrer Gewalt überwunden

werden –

die Sprache einer neuen Gerechtigkeit und

Wahrheit,

die Sprache, die den Frieden Gottes mit den

Menschen

und das Nahen seines Reiches verkündigt.

 

Dietrich Bonhoeffer, 1944

(im Gefängnis geschrieben)

 

 

Großer Geist.

Ich höre deine Stimme im Wind.

Ich spüre deinen Atem,

der der Welt das Leben gibt.

Höre auch du.

Ich komme zu dir.

Ich bin eines deiner vielen Kinder.

Ich brauche deine Kraft:

Gib, dass ich tue, was gut ist,

gib, dass meine Augen immer

den schönen Sonnenuntergang sehen,

gib, dass meine Ohren deine Stimme hören.

Lass mich immer bereit sein,

dir in die Augen zu schauen.

Lass meine Seele zu dir kommen,

wenn das Leben vergeht,

wie der Sonnenuntergang, der verblaßt.

 

(Gebet eines Indianers)

 

 

Pfingst – Meditation

 

 

Herr,

ich möchte manchmal alles,

was sich so wichtig gebärdet,

hinter mir lassen.

Meinen Beruf und die unablässige Arbeit,

manchmal sogar meine nächsten Menschen,

und ich möchte frei sein

für mich und für dich.

 

Aber dann sehe ich deinen Weg:

Zu den Menschen bist du gegangen.

Zu den Mühsamen und Verdrehten,

denen so viel Unwichtiges wichtig ist

und mit denen so schwer zu leben ist.

Ich sehe deinen Weg

und möchte ihn gehen,

aber ich möchte dabei

frei sein wie du.

 

Ich will nicht mehr fragen,

was m a n von mir erwartet,

und nur noch hören,

was d u von mir willst.

 

Ich kümmere mich nicht mehr

und den Geist dieser Zeit,

dem ich mich fügen soll.

Denn du bist der Geist,

und du willst, daß ich frei bin.

 

Ich will mich nicht mehr ängstigen.

Und wenn die Angst mir zu schaffen macht,

soll sie mich nicht mehr überwältigen.

Denn du bist der Geist der Freiheit,

und auch du hast dich geängstigt wie ich.

 

Ich brauche mich

nicht mehr zwingen zu lassen

von den Gedanken anderer,

denn es ist deine Gnade,

wenn meine Gedanken frei sind,

meine Entschlüsse klar,

meine Liebe ohne Täuschung

und meine Güte frei von Stimmungen.

 

Herr,

mach dem halben Leben ein Ende,

der halben Freiheit und der halben Güte.

Gib mir dich selbst

- deinen Heiligen Geist –

 

und dann bin ich frei.

 

 

Meditation (Pfingsten)

 

Mach uns unruhig, Herr, Heiliger Geist,

wenn wir allzu selbstzufrieden sind;

wenn unsere Sehnsucht sich erfüllt hat,

weil sie klein und eng und beschränkt war;

wenn wir uns im sicheren Hafen

bereits am Ziel wähnen,

weil wir allzu dicht am Ufer entlang segelten:

 

Mach uns unruhig, Herr, Heiliger Geist,

wenn wir über der Fülle der Dinge,

die wir besitzen,

den Durst nach den Wasser des Lebens

verloren haben;

wenn wir, verliebt in diese Erdenzeit,

aufgehört haben, von der Ewigkeit zu träumen;

wenn wir über all den Anstrengungen,

die wir in den Aufbau der neuen Erde investieren,

unsere Vision des neuen Himmels

verblassen ließen.

 

Rüttle uns auf, Herr, Heiliger Geist,

damit wir kühner werden

und uns hinauswagen auf das weite Meer,

wo uns die Stürme deine Allmacht offenbaren,

wo wir mit schwindender Sicht auf das Ufer

die Sterne aufleuchten sehen.

 

Im Namen dessen,

der die Horizonte unserer Hoffnungen

weit hinausgeschoben hat

und die Beherzten auffordert,

IHM zu folgen.

 

(Eröffnungsgebet

für eine Konferenz über Basisgemeinschaften)

 

 

Der Lebenslauf Jesu ist nicht sicher.

Sicher ist nur sein Tod.

Aber der Tote lebt.

Todsicher – und mit ihm wir.

Mit diesen vielleicht etwas ungewohnten Gedanken

wünsche ich Ihnen allen noch eine gute Zeit durch die Fastenzeit

und ein gesegnetes Osterfest - mit der Erfahrung, dass wir mit ihm leben.

 

Ihr Krankenhaus-Pfarrer M. Schaefer

(nach:  Petrus Ceelen – „Mein  neues Testament“)

 

Freiheit

bedeutet Verantwortlichkeit -

und das ist der Grund,

weshalb die meisten Menschen

sich vor ihr fürchten.

 

(George Bernard Shaw)

 

 

Blicke abwärts,

um die Wurzeln zu entdecken.

 

Blicke aufwärts,

um die Sterne zu sehen.

 

Blicke vorwärts,

um das Glück zu finden.

 

(Pantomime „Jomi“)

 

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen allen

ein gutes Gelingen für das Jahr 2008!

 

 

„Bank – Konto“   -   Gedanken zu Silvester + Neujahr

 

Stell dir vor, du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen:

Jeden Morgen stellt dir die Bank 86.400 Euro auf deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch dieses Spiel hat auch seine Regeln, so wie jedes Spiel bestimmte Regeln hat.

Die erste Regel ist:

Alles was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir wieder weggenommen. Du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen. Du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet die Bank dir ein neues Konto mit neuen 86.400 Euro für den kommenden Tag.

Die zweite Regel lautet:

Die Bank kann dieses Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann sie sagen: Es ist vorbei. Das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues mehr.

Was würdest du tun? Du würdest dir alles kaufen was du möchtest? Nicht nur für dich selbst, auch für alle Menschen die du liebst   --   vielleicht sogar

für Menschen, die du nicht kennst, da du ja nie alles für dich alleine ausgeben könntest? Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen --- oder?

Aber eigentlich ist dieses Spiel Realität:

Jeder von uns hat so eine ‚magische Bank’. Wir sehen das nur nicht. ... Diese magische Bank ist die Zeit. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für jeden Tag geschenkt. Und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrig gebliebene Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren – für immer verloren. Gestern ist vergangen.

Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung.

Was machst du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden? Sind sie nicht viel mehr wert als die gleiche Menge Euro?

Fang also an, dein Leben zu leben!

 

 

Jeden Tag neu

 

Jeden Tag aufstehen,

auf eigenen Beinen stehen.

 

Jeden Tag im Leben stehen,

das Alte neu bestehen.

 

Jeden Tag andere ausstehen

und zu sich selbst stehen.

 

Jeden Tag verstehen,

daß Gott hinter allem steht.

 

Jeden Tag aufstehen

zu neuem Leben.

 

Jeden Tag

neu.

 

Petrus Ceelen,

„Jeden Tag neu“

 

 

Nur der Hoffnungslose

findet sich ab mit dem,

w a s  ist,

und mit der Art und Weise,

w i e  es ist.

 

Wer aber Hoffnung hat,

sieht vor sich

neue Möglichkeiten,

wie es anders werden

und besser gehen kann.

 

 

Jürgen Moltmann,

aus: „Wurzeln, die uns tragen“

 

 

Wünsche zum Neuen Jahr

 

Ich wünsche dir ein Jahr,

in dem sich Freud und Leid

die Waage halten.

Ich wünsche dir 12 Monate,

in denen du Freunde findest,

die geben ohne zu fordern.

Ich wünsche dir 365 Tage,

an denen du Kraft findest,

von neuem zu beginnen.

Ich wünsche dir 8.760 Stunden,

in denen du die Zuversicht hast,

dass einer mit dir geht.

Ich wünsche dir 525.600 Minuten,

in denen du die Ruhe findest,

nachzudenken und zu träumen.

Ich wünsche dir 31.536.000 Sekunden,

in denen du das kleine Glück entdeckst

und es an andere Menschen weitergibst.

 

(aus: Karte von E. Ricken)

 

 

A n k u n f t

 

Es kommt

nicht darauf an,

dass alle Briefe

und Päckchen

noch rechtzeitig ankommen.

Es kommt

auch nicht darauf an,

dass du mit einer

staubfreien und

festlich geschmückten Wohnung

bei anderen ankommst.

Es kommt

einzig und allein darauf an,

dass Jesus ankommt

bei dir.

Ist  d a s  bei dir angekommen?

                    (Peter Schott)

 

Ich wünsche uns allen eine ruhige und gute Zeit durch den Advent – und ich glaube, dass es uns so gelingt, an Weihnachten dann wirklich an der Krippe - bei  I h m - anzukommen!

Ich wünsche Ihnen allen schon jetzt gesegnete Weihnachten und ein glückliches Jahr 2008!   

     

Michael Schaefer, Pfarrer

 

 

Einen Engel ...

 

Einen Engel wünsche ich dir,

dich bei der Hand zu nehmen

auf dem Weg aus der Angst,

dass du nicht umkommst

in deiner Verlassenheit.

Mögest du finden,

was deine Seele braucht,

um nicht zu verkümmern.

Ich wünsche dir,

dass du nicht verloren gehst

inmitten der Erschütterung,

dass Zorn und Wut

sich nicht gegen dich selber richten,

sondern dir Kraft geben,

dich vom Gestern zu lösen.

 

Mögest du davor bewahrt sein,

dich aufzugeben,

weil du vergeblich gekämpft hast,

dem Leben die Tür zu weisen,

weil es dir schwer zu tragen gibt.

Einen Engel wünsche ich dir,

dich heilend zu berühren

und Zuversicht keimen zu lassen,

wo alles verloren scheint.

 

Antje-Sabine Naegeli

aus:

„Einen Engel wünsche ich dir“

Verlag Herder, Freiburg

 

 

 

Wenn man auszieht,

um für Frieden und Freiheit

zu kämpfen,

sollte man nicht

seine beste Hose anziehen !

 

(Henrik Ibsen)

 

 

Ich bin der ICH-BIN-DA

 

In das Dunkel deiner Vergangenheit

und in das Ungewisse deiner Zukunft

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In den Segen deines Helfens

und in das Elend deiner Ohnmacht

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In das Spiel deiner Gefühle

und in den Ernst deiner Gedanken

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In den Reichtum deines Schweigens

und in die Armut deiner Sprache

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In die Fülle deiner Aufgabe

und in die Leere deiner Geschäftigkeit

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In die Vielzahl diener Fähigkeiten

und in die Grenzen deiner Begabungen

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In das Gelingen deiner Gespräche

und in die Langeweile deines Betens

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In die Freude deines Erfolges

und in den Schmerz deines Versagens

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In die Enge deines Alltags

und in die Weite deiner Träume

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

In die Schwäche deines Verstandes

und in die Kraft deines Herzens

lege ich meine Zusage:

 

ICH BIN FÜR DICH DA.

 

Paul Weismantel

 

 

Wenn die Sonne herabsinkt

und die Nacht sich über die Erde legt,

wenn die Bäume ihr Laub lassen

und die Leere alles zudeckt,

wenn ein Mensch die Augen zumacht

und dann Stille in den Zimmern ist,

dann ist es schwer zu glauben,

dass der Morgen schon unterwegs ist

und auch der Sommer -

und dass den Toten die Augen aufgegangen sind.

 

(Todesanzeige für einen 29-jährigen Mann)

 

Der Mensch

ist ein Leben lang auf der Suche

nach einem Zuhause.

Nur die Liebe ist das Haus,

in dem du ewig wohnen kannst.

 

Phil Bosmans

 

 

Nur wer seinen eigenen Weg geht,

kann von niemand überholt werden.

 

(Marlon Brando)

 

 

Gott schenkt dir ein Gesicht,

aber lächeln musst du selber.

 

 

 

 

Wer Mut zeigt,

 

macht Mut!

 

(Adolph Kolping)

 

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Es gibt zwei Arten von Christen:

 

den Nachfolger

 

und die billigere Ausgabe desselben,

 

den Bewunderer.

 

Sören Kierkegaard

 

 

 

 

Zeugnis geben

(Gedanken – auch – zu Joh 1,29 – 34)

 

 

Zeugnis geben und glauben

 

in einer Welt voller Zweifel

in einer Welt voller Fragen

in einer Welt voller Beweise

in einer Welt voller Leid

in einer Welt voller Angst

in einer Welt voller Sehnsucht

in einer Welt voller Erklärungen

in einer Welt voller Leistungen

 

Zeugnis geben und glauben

 

in der Nachfolge Jesu

auf den Spuren Jesu

mit der Liebe Jesu 

 

Zeugnis geben und glauben

 

an einen Gott der Barmherzigkeit

an einen Gott der Gnade

an einen Gott der Hoffnung

an einen Gott der Liebe

 

Zeugnis geben und glauben

 

durch unser Leben

durch unser Miteinander

durch unser Bekenntnis

durch unser Vertrauen

durch unsere Freude

durch unsere Träume

 

Zeugnis geben und glauben

 

in unseren Herzen

 

 

 

 

 

Ein Gedanke für den Weg durch das Jahr 2007

 

„Mache dich selbst nicht traurig

 

und plage dich nicht selbst mit deinen eigenen Gedanken.

Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben

 

und seine Freude ist sein langes Leben.

Tue dir Gutes und tröste dein Herz

 

und treibe Traurigkeit fern von dir.

 

Denn Traurigkeit tötet und dient doch zu nichts.

 

Eifer und Zorn verkürzen das Leben,

 

und Sorge macht alt vor der Zeit.

 

Aber einem fröhlichen Menschen bekommt alles.“

 

(aus: Jesus Sirach 30 / nach Martin Luther)

 

 

 

 

 

 

M ü d e s e i n ...

 

 

Müde sein –

 

und doch andere aufmuntern.

 

 

Sich verlassen fühlen –

 

und doch andere zum Lächeln bringen.

 

 

Selber voller Fragen stecken –

 

und sich Rat Suchenden doch nicht verweigern.

 

 

Gehetzt sein –

 

und doch andere nicht mit Ausreden abwimmeln.

 

 

Schmerzen haben –

 

und doch anderen gegenüber Geduld aufbringen.

 

 

Belastet sein –

 

und doch anderen tragen helfen.

 

 

Nach einem Ausweg tasten –

 

und doch die Hand eines anderen

 

nicht loslassen.

 

Vieles entbehren –

 

und doch anderen nichts missgönnen.

 

 

Enttäuscht sein –

 

und doch anderen einen Streifen

 

Hoffnung vorleben.

 

 

Sich ausgebrannt vorkommen –

 

und doch anderen helfen, Sinn zu finden.

 

 

Betend selber ohne Antwort bleiben –

 

und doch anderen den Glauben

 

erlebbar machen.

 

 

Mit Ärger angefüllt sein –

 

und doch den Gruß jedes anderen erwiedern.

 

 

Enttäuscht sein –

 

    und doch die Fehler der anderen 

 

    nicht an die große Glocke hängen.

 

 

Keinen Dank bekommen –

 

    und doch unentwegt für andere da sein. 

 

--- und so zur Seite stehen.

 

 

 

 

Suchende sind wir, Herr,

 

nach einem Sinn.

 

Lass uns finden hinter den Worten:

 

dein Wort.

 

 

Tastende sind wir, Herr,

 

nach einem Grund.

 

Lass uns greifen hinter den Sätzen:

 

dein Geheimnis.

 

 

Hoffende sind wir, Herr,

 

auf ein Zeichen.

 

Lass uns lesen zwischen den Zeilen:

 

dein Antlitz.

 

 

Wartende sind wir, Herr,

 

auf ein Echo.

 

Lass uns hören zwischen den Pausen:

 

dein Atmen.

 

 

Suchende sind wir, Herr,

 

Tag für Tag.

 

Lass uns spüren in unserer Sehnsucht:

 

deine Liebe.

 

 

Alois Albrecht

 

 

 

 

Zwei Blätter am Ast ...

 

„Es ist nicht mehr wie früher“, sagte das eine Blatt.

 

„Nein“, erwiderte das andere.

 

„Heute Nacht sind wieder so viele von uns davon ... Wir sind

 

beinahe schon die Einzigen hier auf unserem Ast.“

 

„Man weiß nicht, wen es trifft“, sagte das erste. „Als es noch

 

warm war und die Sonne noch Hitze gab, kam manchmal

 

ein Sturm oder ein Wolkenbruch, und viele von uns wurden

 

damals schon weggerissen, obgleich sie noch jung waren.

 

Man weiß nicht, wen es trifft.“

 

„Jetzt scheint die Sonne nur selten“, seufzte das zweite

 

Blatt, „und wenn sie scheint, gibt sie keine Kraft. – Man

 

müsste neue Kräfte haben.“

 

„Ob es wahr ist“, meinte das erste, „ob es wohl war ist, dass

 

an unserer Stelle andere kommen, wenn wir fort sind, und

 

dann wieder andere und immer wieder ... .“

 

„Es ist sicher wahr“, flüsterte das zweite, „man kann es gar

 

nicht ausdenken. ... es geht über unsere Begriffe.“

 

„Und man wird auch zu traurig davon“, fügte das erste hinzu.

 

Sie schwiegen eine Zeit.

 

Dann sagte das erste still vor sich hin: „Warum wir wohl wegmüssen ... ?“

 

Darauf fragte das zweite: „Was geschieht mit uns, wenn wir abfallen ... ?“

 

„Wir sinken herunter ... .“

 

„Was ist da unten?“

 

Das erste antwortete: „Ich weiß es nicht. Der eine sagt das,

 

der andere sagt dies ... aber niemand weiß es.“

 

Das zweite fragte: „Ob man noch etwas fühlt, ob man noch

 

etwas von sich weiß, wenn man dort unten ist?“

 

Das erste erwiderte: „Wer kann das sagen? Es ist noch

 

keines von denen, die hinunter sind, jemals zurückgekommen, um davon zu erzählen.“

 

Wieder schwiegen sie. Dann redete das erste Blatt zärtlich

 

zum anderen: „Du zitterst ja. Gräme dich nicht zu sehr.“

 

„Lass nur“, antwortete das zweite, „ich zittere jetzt so leicht.

 

Man fühlt sich eben nicht mehr so fest an seiner Stelle.“

 

„Wir wollen nicht mehr von solchen Dingen sprechen“,

 

sagte das erste Blatt.

 

Sie schwiegen beide. Die Stunden vergingen. Ein nasser

 

Wind strich kalt und feindselig durch die Baumwipfel.

 

„Auch ... jetzt ... “, sagte das zweite Blatt, ... ich ... .“

 

Da brach ihm die Stimme. Es ward sanft von seinem Platz

 

gelöst und schwebte hinunter. –

 

Nun war es Winter.

 

 

(Fabel von Felix Salten)

 

 

 

 

 

Zehn kleine Christen

 

Zehn kleine Christen

 

sich ihres Glaubens freun,

 

doch einem gefiel die Predigt nicht,

 

da waren’s nur noch neun.

 

 

Neun kleine Christen

 

hatten alles treu gemacht,

 

der eine hat die Lust verloren,

 

da waren’s nur noch acht.

 

 

Acht kleine Christen

 

hörten was von „Nächsten lieben“,

 

der eine fand das viel zu schwer,

 

da waren’s nur noch sieben.

 

 

Sieben kleine Christen

 

macht Beichten ganz perplex.

 

und einer sagt: „Ich mag nicht mehr“,

 

da waren’s nur noch sechs.

 

 

Sechs kleine Christen

 

meinten: „Die Kirch hat alle Trümpf“,

 

der eine war dann sehr enttäuscht,

 

da waren’s nur noch fünf.

 

 

Fünf kleine Christen,

 

die waren der Kirche Zier,

 

doch einer fühlt sich nicht geehrt,

 

da waren’s nur noch vier.

 

 

Vier kleine Christen,

 

die waren echt und treu,

 

doch einer schafft das Tempo nicht,

 

da waren’s nur noch drei.

 

 

Drei kleine Christen

 

waren noch immer dabei,

 

doch einer fand die Schar zu klein,

 

da waren’s nur noch zwei.

 

 

Zwei kleine Christen –

 

ein Anfang? Jedoch nein,

 

der eine hat den Mut verloren,

 

da warn es nur noch ein.

 

 

Ein kleiner Christ,

 

ach, der erscheint so klein,

 

wenn auch die Neune laufen gehen,

 

Gott lässt ihn nicht allein.

 

 

Ein kleiner Christ

 

holt seinen Freund herbei,

 

und der ging mit ihm in die Kirch,

 

da waren’s wieder zwei.

 

 

Zwei aktive Christen,

 

denen machte es Plaisir.

 

Sie nahmen beide noch jemand mit,

 

da waren es schon vier.

 

 

Vier überzeugte Christen,

 

die glaubten Tag und Nacht,

 

das wirkte wie ein Virus,

 

da waren es schon acht.

 

 

Noch zwei dabei,

 

und man wird es sehn:

 

wenn du und ich auch mitmachen,

 

dann sind es wieder zehn.

 

 

Hermann J. Coenen

 

erschienen in: „Singen im Feuerofen“ –

 

Jugendgottesdienste

 

Patmos-Verlag, Düsseldorf 1985