Karneval 2015

Meine frommen - und hoffentlich närrischen Seelen,

ich will - und kann - es selbst hier nicht verhehlen:

Die „Welt“ steht schon wieder einmal Kopp,

bei lautem Da jee – Helau – und Allee-hopp!

  

Ich weiß - es ist nicht Jedermanns Sache,

auf Kommando zu schunkeln und zu lache.

Nicht alle sind „gestrickt“ aus gleicher Wolle -

und so gibt es die Ernsten - und die Dolle!

  

Der Christbaum ist gerade erst abgebaut,

das Krippchen wieder für ein Jahr verstaut,

da treiben es schon die Jecken und die Narren

- lassen sich spannen vor den Karnevals-Karren. 

 

Bekanntlich hat im Leben ja „alles seine Zeit“ -

in diesen Tagen machen sich die Narren breit,

die sich „regieren“ lassen voller Inbrunst,

von der Prinzen und Prinzessinnen Gunst. 

 

Wenn wir selbst nun mal so sind „gestrickt“,

dass uns nicht einmal der Mundwinkel zwickt,

zu einem Lachen - oder zumindest Grinsen,

dann geht Karneval für uns halt in die Binsen. 

 

Nun muss im Himmel, wie schon hier auf Erden,

ein jeder nach seiner Fassong halt „selig“ werden.

Drum sollten wir - gleich von welcher „Fakultät“,

dem anderen auch das gönnen, was ihm gefällt. 

 

Wir sollten in diesen närrischen Tagen,

am besten uns gegenseitig ertragen:

die Ernsten - denen es nicht zum lachen ist -

genauso wie die Narren und den Optimist. 

 

Wenn wir nüchtern in unsere Welt rein schauen,

mit dem, was die Medien uns um die Ohren hauen,

dann sieht das allzu oft nicht rosig aus:

die Welt gebärdet sich wie ein Irrenhaus. 

 

Nur müssen wir dabei stets eines bedenken:

wir Menschen sind es, die all dies lenken.

Wobei wir häufig jedoch den Eindruck haben:

den Lenkern fehlen die nötigen Geistes-Gaben. 

 

Ob es dabei ums Wohl für alle Menschen geht,

oder Profit für relativ Wenige als Maxime steht,

da lässt sich gewiss ganz trefflich drüber streiten -

aber es sollte auch Kopfzerbrechen uns bereiten. 

 

Die einen werden zusehends immer reicher,

die anderen dagegen zunehmend bleicher,

weil ihnen zum Leben die nötigsten Dinge fehlen,

da die Reichen ihnen diese letztlich halt stehlen. 

 

Wir hoffen und erwarten es wohl zu Recht,

dass es uns gut geht - und nicht schlecht.

Doch kann dies am Ende wirklich nur gelingen,

wenn wir um das gleiche Recht für alle ringen. 

 

Es ist total verrückt - und dazu bizarr,

- und darin sind durchaus alle ein Narr -

dass wir meinen, wir seien der Nabel der Welt,

um den sich tatsächlich und wirklich alles dreht.

 

Da sind mir lieber die Narren und die Karnevalszeit,

weil das vorüber geht - und nicht auf Dauer bleibt.

Wogegen viel zu viele der Menschenkinder denken,

sie könnten alles zu ihrem Vorteil steuern und lenken. 

 

Wenn wir in den reichen Ländern es so weiter treiben

und auf unserm verkehrten Denken hocken bleiben,

dann wird unweigerlich kommen die Zeit,

in der nichts wie gewohnt beim Alten bleibt. 

 

Wo wir sitzen wie’s Kaninchen vor der Schlange,

weil uns gewaltig Angst wird und auch Bange,

da wir es am Ende viel zu arg haben getrieben,

mit den Ungezählten, die auf der Strecke blieben. 

 

Soweit ich mich aus der Bibel noch erinnern kann,

hat vor sehr langer Zeit dieser große, weise Mann,

die Erde mit ihren Gütern ja für alle geschaffen

- nicht allein für die, die ständig nur gierig raffen. 

 

Es ist natürlich unser berechtigtes Streben,

dass wir möglichst in Ruhe und Frieden leben.

Jedoch kann dieses letztlich nur gelingen,

wenn wir Ruhe und Frieden für alle finden.

 

Wir leben in dieser - und nicht in einer heilen Welt,

in der immer mehr regiert der Profit und das Geld.

Dennoch darf es auf Dauer nicht so bleiben,

dass Krieg und Hunger Ungezählte vertreiben.

 

Wenn wir es nicht wollen - oder es nicht können,

allen Menschen das Gleiche wie uns zu gönnen,

brauchen wir nicht zu staunen oder uns wundern,

dass die aufstehen, die verfolgt sind oder hungern. 

 

Sie werden noch zahlreicher stehen vor unserer Tür

- wie wir das ja erleben und kennen - in Lebach hier -

sie werden Hilfe brauchen - nicht Almosen erwarten,

damit sie in ein lebenswertes Leben können starten.

 

Wenn wir jedoch in ihnen Menschen sehen,

die auf den Trümmern ihres Lebens stehen,

dann gilt es, gemeinsame Schritte zu wagen

und zu Gerechtigkeit und Frieden beizutragen. 

 

Wenn wir bereiter werden und es verstehen,

über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen,

dann werden wir sehr wohl - und dazu auch bald,

feststellen: die Welt bekommt eine andere Gestalt. 

 

Dann dürfen - ja sollen wir uns des Lebens freuen,

und brauchen nicht irgendwann mal zu bereuen,

dass wir zu sehr nur uns selbst gesehen haben,

während so viele ewig doch am Rande standen.

 

Es gäbe sicher noch unendlich viel zu sagen,

denn auch in diesen tollen, närrischen Tagen,

werden die „Räder der Welt“ sich weiter drehen:

die einen lachen - und andere im Regen stehen. 

 

Obwohl so vieles jeden Tag im Argen liegt,

bin ich froh, dass es diese Narrenzeit gibt,

in der viele Menschen gewiss mit „Fug und Recht“

etwas vergessen, was nicht gut ist - eher schlecht. 

 

Eines dürfte gewiss - und dazu sicher sein:

Der Mensch lebt nicht vom Grübeln allein.

Der Humor ist im Leben ein wichtiges Stück,

denn: „Lachen ist ein Trampolin ins Glück“. 

 

Drum gilt nicht nur in dieser Karnevals-Zeit,

dass wir zu Frohsinn und Humor sind bereit.

Denn mit Grübeln und ewigem Trübsal-blasen,

lässt das Leben sich ganz sicher nicht ertragen.

 

Wir sollten kritisch sehen, diese unsere Welt,

um die es nicht nur gut und schön ist bestellt.

Sie dann halt mit Ideen, Elan und Schwung,

dort, wo wir stehen, ein wenig krempeln um.

 

Dann werden wir trotz allem erleben und sehen,

dass auch heute noch (Sonnen)-Blumen blühen,

die uns ermutigen – mal lauter und mal leise

zu rufen: „Allee hopp“ - „Helau“ - „Da jee“!!!

 

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